dezolat

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Foto: Maria Dorner

Auch in München muss es doch heruntergekommene Garagen in weniger aufgeräumten Gegenden geben. Zumindest lässt das Post-Punk-Duo dezolat das erhoffen.

dezolat setzen auf Ecken und Kanten. Der Sound ist roh und direkt, reduziert auf die minimalistische Besetzung aus Schlagzeug und ­E-Gitarre. Das erinnert manchmal an die Punk-geprägte Aufbruchsstimmung der frühen 80er Jahre, ohne dabei auf der Retro-Schiene hängenzubleiben oder gar in Nostalgie auszuarten. 

Überhaupt haben dezolat mit Gefühls-Kitsch so wenig am Hut wie mit oberflächlich guter Laune: Die Texte drehen sich sich oft um den Zweifel an einfachen Wahrheiten und scheinbarer Authentizität – ob im Privaten oder im Politischen. Die ein oder andere Unterrichtsstunde an einer Hamburger Schule scheint dabei durchaus mal durch.

Vorschriftsmäßiger Punk ist das alles sicher nicht, aber orientiert sich doch eher am Underground und verweigert sich dem Drang nach gefälliger Perfektion.

Für ihr Debüt-Album Fassade haben dezolat 11 Songs zusammen live eingespielt und nur sparsam mit zusätzlichen Overdubs versehen. Das darf gerne krachen, rumpeln und scheppern – die frische Ungezähmtheit der Band bleibt so auch auf Platte erhalten.

„Uns war es wichtig, möglichst direkt und unverfälscht unseren Klang einzufangen und unsere Stimmung beim Spielen rüberzubringen“, sagt Sänger und Gitarrist Martin Heise. „Glatt produzierter Sound langweilt“, fasst Schlagzeuger Daniel Dielessen zusammen.

Das Album „Fassade“ erscheint am 28. September 2018 bei Ragged Glory Records (Vertrieb: Soulfood)